2007/01/06

Totgesagte...

... sind nicht immer tot. Zwar höchstwahrscheinlich der hier, vielleicht auch dieser, aber bei den beiden ist man sich nicht so sicher. Offensichtlich ziemlich tot ist jedoch die osiwelt. Neben der Tatsache, daß sich dorthin schon seit Wochen kein Eintrag mehr verirrt hat, merkt man das vor allem daran, daß einer der Autoren in einem Akt purer Verzweiflung begonnen hat, auf sich selbst zu verweisen. Gegenüber diesem Trauerspiel richtig rührend liest sich der Nachruf von FUwatch:

"Wie bereits Ende Oktober angekündigt hat der osiwelt-Blog offenbar zum Dezember hin seine Tätigkeit eingestellt. Der ?Drohung? dann auch ?jedwede Datenspuren? zu löschen ist man allerdings noch nicht nachgekommen, das Archiv ist noch zugänglich.
Bereits im Jahr 2004 gegründet war osiwelt das erste Blog, das regelmässig und ausschließlich über das OSI berichtete. Doch die AutorInnen sind ihrem Blog entwachsen, haben fertig studiert und lassen das OSI langsam hinter sich. Da sich keine Nachfolge-Redaktion fand, wird das Blog nun eingestellt. Schade, denn man wird osiwelt mit seiner stets gut informierten Redaktion in der FU-Blogosphäre sicherlich schmerzlich vermissen."

*Schnüff* Trotzdem muß ich hier einiges richtigstellen: Zumindest was meine Person angeht, ist der Grund für meine längere Inaktivität nicht, daß ich dem Blog entwachsen wäre. Ich war lediglich zu beschäftigt damit, in einem bekannten deutschen online-Portal Bildchen junger Damen zu tauschen... Oder sollte dies die folgende Entwicklungsstufe sein, nachdem man der Arbeit an einem akademischen Blog "entwachsen" ist?

Davon abgesehen bin ich mir nicht sicher, ob obiger Nachruf die Arbeit der osiwelt treffend charaktierisiert: "regelmäßige" Berichte? "ausschließlich" über das OSI? und dann auch noch "gut informiert"? Nun ja, es gibt sicher einige Blogs an der FU, die diese Attribute verdienen, und die Quelle des Nachrufs würde ich ohne weiteres dazu zählen. Was die osiwelt angeht, halte ich es dann aber doch lieber mit dem Motto, das unser weiser Gründer anno dazumal ausgegeben hat:

"inoffiziell. inkontinent. inkrementell." (oder zumindest so ähnlich...)


Bis die Tage,

Euer bob

2006/12/12

Umfrage zum geplanten Studierendenportal

Wir haben Post erhalten:

Sehr geehrte Studierende,

Sie erhalten heute erstmalig die Gelegenheit, einen neuen Dienst für
Studierende der Freien Universität bereits in dessen Planungsphase
mitzugestalten. Ihre Meinung wird Aussehen und Inhalte maßgeblich
beeinflussen.

Was ist das Studierendenportal?
CeDiS, das Centre für Digitale Systeme und Multimedia der FU, plant in
2007 für die Studierenden der Freien Universität ein Internetportal
bereitzustellen.

Dieses Portal soll Ihnen erstrangig als Kommunikations- und
Netzwerkplattform dienen, auf der Sie Beziehungen zu anderen
Studierenden mittels verschiedener Internetanwendungen aufbauen und
pflegen können. Die Inhalte des Studierendenportals können und sollen
daher von Ihnen als Nutzern und Nutzerinnen selbst gestaltet werden.
Weiterhin wird Ihnen das Portal auch den Zugriff auf Dienste der
Universität wie z.B. das LMS Blackboard ermöglichen.

Es liegt in Ihrer Hand!
Wir möchten mit dem Studierendenportal Ihren Studienalltag einfacher und
angenehmer gestalten. Mit einer Meinungsumfrage vom ? bis? würden wir
daher gern erfahren, welche Funktionen und Dienste Sie im
Studierendenportal vorfinden möchten um Ihr Studium an der FU zu
bereichern.

Selbstverständlich erfolgt die Teilnahme an der Befragung anonym. Ihre
Angaben können nicht auf Ihre Person zurückgeführt werden.

Die Beantwortung des Fragebogens dauert ca. 20 Minuten. Am Ende erhalten
Sie Gelegenheit, uns frei Anregungen und Kritik mitzuteilen sowie
Interesse an weiterer Mitwirkung bei der Gestaltung des
Studierendenportals zu vermerken.

Für Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich unter der Email-Adresse
studportal@cedis.fu-berlin.de zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr CeDiS-Portalteam



Wer teilnehmen möchte: Bitte hier entlang...

2006/12/04

Ankündigung: Podiumsdiskussion zur Lehrqualität

Mittwoch, 13.12.2006, 18 Uhr, Ihne 21/A:

Es diskutieren:
Pia Garske (Fachschaftsinitiative, Otto-Suhr-Institut)
Dipl. pol. Christian Haberecht (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeitsstelle Analyse und Vergleich politischer Systeme)
Dr. Brigitte Berendt (Erziehungswissenschaftlerin, ehem. Leiterin Arbeitsstelle Hochschuldidaktische Fortbildung und Beratung)
Prof. Dr. Peter Massing (Arbeitsstelle Politikdidaktik, Geschäftsführender Direktor des OSI)

Über den Anlass schreibt uns Peter (nicht Massing): Letztes Semester haben wir auf der Basis der Evaluationsbögen, eigner Erfahrung und besonderen Beispielen das "Handbuch Lehre" geschrieben und beim zweiten Institutstag diskutiert. Dieses Handbuch ist inzwischen gedruckt und wir möchten es mit der geplanten Podiumsdikussion offiziell vorstellen.

Das Handbuch Lehre wie es im Sommer vorgelegen hat ist zwar in unseren Augen nicht perfekt, aber wenn Dozenten es sich mal anschauen würden.. Ungelogen: Etwa 110% der Lehrveranstaltungen könnten davon profitieren. Ja, Herr Hesse. Auch Ihre! Ist sozusagen... Das Standardwerk.

Mal was konstruktives von uns

Wir freuen uns über die Verfügbarkeit von ebendiesem Archiv. Nutzt es.

2006/11/30

Tolle Leere

Studiengebühren schrecken ab. Es studieren weniger Menschen als vorher. "Psychologischer Effekt" nennt es Andreas Pinkepankwart aus NRW/FDP.

Sach mal, noch alles klar bei dir? Ich schenk dir paar Argumentationspunkte:

1. Nicht zahlen können ist kein psychologischer Effekt.
2. Kein Arsch will sich über beide Ohren verschulden, nur weil Du deine Kasse sanieren willst.
3. Die gebotene Qualität ist für den Preis indiskutabel (ich sag mal: "Einklagbare Leistungen")
4. Es gibt keine sauberen Finanzierungsmodelle, anders als versprochen
5. Zöllner, komm Du mal nach den Ergebnissen hier mit dem Mist an.
6. Kann es ein größeres sozial-selektives Kriterium als die Geldbörse geben?

2006/11/23

Lasst andere sprechen

Ein lesenswertes Plädoyer gegen universitäre Wortgeröllproduktion jenseits aller Schrottgrenzen:
Die Belegkultur der Wissenschaft, deren langsames Dahinsiechen wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, ist zur Simulation von Wissenschaftlichkeit verkommen. Wir sollten daher dringend über Alternativen zur klassischen akademischen Abschlussarbeit nachdenken.

100 Seiten mit 200 Fußnoten = Diplom- oder Magisterarbeit, 200 Seiten mit 400 Fußnoten = Doktorarbeit, 400 Seiten mit 800 Fußnoten = Habilitationsschrift: Irgendwie scheint das nicht mehr recht zu funktionieren. Die Zahl der Autoren übersteigt die der Leser bei weitem, manche Arbeiten haben wohl keinen einzigen Leser (man darf sich nicht dem naiven Glauben hingeben, Copy/Paste-Autoren würden ihre Arbeit selbst noch einmal lesen wollen!).

Eine Lösung wäre: Schreiben wird doch bitte viel weniger Seiten, und formulieren wir dafür jeden Satz selbst (außer, der Gedanke aus der Literatur ist so dramatisch wichtig, dass er zitiert werden muss)!


Weber, Stefan: Textueller Missbrauch, in: Telepolis v. 23.11.2006. Online unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24006/1.html

2006/11/22

Versunkene VV und Protestbörse

Letzte Woche fand die erste Vollversammlung des Wintersemesters statt. Ich frage mich, warum sie nur ein Tag vorher angekündigt wurde (und nicht mal auf der Asta Webseite), sie in einem kleinen Raum stattfand, und wie sie lief. Ich gestehe es, ich bin nicht hingegangen. Ich schäme mich.
Außerdem, und weil ich meiner Natur nach ein fragendes Wesen bin, frage ich mich, wie das Tabu bzw. die ungesprochene Regel, die im OSI-Protest Verteiler m.E. bis vor kurzem respektiert wurde, den Verteiler nicht als Wohnungsbörse zu mißbrauchen, gebrochen wurde. Dies stellt ein Zerfall der gemeinschaftlichen Ordnung dar, dass womöglich darauf zurückzuführen ist, dass Politikwissenschaftlerinnen gerne Prinzipien gegen Obdach tauschen. Wer darüber eine Diplomarbeit schreiben möchte, sollte ein ausgefeiltes Konzept bis zum 1.12 einreichen, bitte ohne klare und ausarbeitbare Fragestellung und mit viel Compliance Theorie, egal ob's passt.

2006/11/21

Grott(ian)enschlecht: Ein Käfig voller Narr(en)

Bachelor macht dumm. Macht Bachelor dumm? Ist Bachelor dumm? Dumm dumm dumm.

Ein Dum-Dum-Geschoss feuerten Wolf-Dieter Narr und Peter Grottian kürzlich in der taz ab. Die Kollegen an der FU und das Präsidium zeigten sich "Not amused" und werfen den beiden 68er-Altlastenlinken vor, sie durch einen Missbrauch Hannah "die Heilige" Arendtscher Terminologie in die Nähe eines Bush Hitler Willige Vollstrecker-Vergleichs gerückt zu haben.

Jahahaha. Natürlich haben Sie Recht, liebe Professorinnen und Professoren des neuen OSI: Wer einen Nazivergleich tätigt, hat verloren. Und die Diskussion ist automatisch beendet.

Aber ganz ehrlich: Lieber Klaus Segbers, Du Erfüllungsgehilfe der drittmittelfinanzierten Frauenförderung in den Golfanrainerstaaten, lieber Thomas Risse-Kappen, Du Harvardeur der Exzellenzgegendiewandfahrinitiative, liebe Tanja Anita Börzel, lieber Eberhard "ich reformiere und verpiss mich dann zur DGAP - außerdem interesssiert mich Lehre eh nicht, aber Bachelor find ich toll"-Sandschneider... Dürfen wir Euch mal ganz praktisch fragen: Hättet Ihr, wenn Ihr die Wahl gehabt hättet, lieber Bachelor oder Diplom studiert? Hand aufs Herz. Und Begründung dazu bitte. Danke.

2006/11/16

StudiVZ

Der Gründer von StudiVZ ist hochnotpeinlich, die Firma steht angeblich vor dem Verkauf und was dann mit den Daten passiert, das weiß auch niemand.

Dauernd aktualisierte Blogberichterstattung zum Thema gibts bei der Blogsuchmaschine Technorati.

10 Doktorandenstellen

Ganz exzellent: Wer mit dem Studium jetzt fertig ist, kann sich auf eine von 10 Doktorandenstellen an der JFK-angegliederten Graduate School bewerben. Bedingung: Nordamerikabezug. Und natürlich ganz viel Exzellenz.

2006/11/03

Spaghetti al Agnolio

Dies ist ein Fremdbeitrag, der uns per E-Mail erreichte. Sozusagen User Generated Content. Die Überschrift ist von uns und dieser Vorspann auch. Sonst aber nichts. Auch nicht die Kleinschreibung.


sehr viele aus der grausam anpasserischen und auch ziemlich schmal gebildeten gegenwärtigen osi-studentengeneration fragt sich nicht einmal mehr, wer den dieser agnoli war, an den zu erinnern auf der fassade der ihne21 rührenderweise (noch) geduldet wird. und was zum geier meint 'kritik der politik'? kritik? ist keine
prozessoptimierung! subversion ist kein schimpfwort. es gibt einen unterschied zwischen zweifeln und verzweifeln. automatenhafte wissenskonsumenten lernen nicht, selbst zu denken.

ich bin traurig. ich habe das gefühl, man kann dabei zuschauen, wie
universal wichtiges wissen nach kurzer zeit schon einfach vergessen,
getilgt wird.

hier agnoli schnellkonsumgerecht aufbereitet, schön vorgelesen (mp3) von
freundlichen menschen aus wien - "magazin für alpenbegradigung":

contextxxi.at/context/content/view/260/55/

"Im Wintersemester 1989/90 hielt Johannes Agnoli seine Abschiedsvorlesung
an der FU-Berlin. Beginnend mit dem Alten Griechenland und dem
Spartakusaufstand über die Bauerkriege, die Renaissance und die Aufklärung
hinweg, über Wilhelm Weitling, Karl Marx und Michael Bakunin bis in die
Gegenwart hinein zeigt Angoli was es heißt, den Antagonismus gegen
Herrschaft und Ausbeutung zu praktizieren und ihn zugleich zu denken."

2006/11/01

Der Nächste!

Ihr werdet Euch gewundert haben: wir haben noch nichts dazu geschrieben. Zu dieser praktischen Vorrichtung im dritten Stock. An zwei Stellen (Aufzug und Treppenhaus) können nun Nümmerchen für das Prüfungsbüro gezogen werden. Manchmal läuft der Zähler dann vorwärts, manchmal rückwärts. Manchmal auch gar nicht. Aber meistens klappts inzwischen.

Wir könnten jetzt viele schlechte Witze machen: "Berufsfeldschein", "Arbeitsamt" oder was auch immer. Oder wir können einfach sagen: wir verstehen nicht wozu, teuer dürfte die Installation ja auch gewesen sein. Der Nutzwert ist gering. Endlich mal wieder Geld für etwas ausgegeben. Hurra.

2006/10/27

Massing Attack

Was man alles entdeckt, wenn mensch eigentlich seine PK-Arbeit schreiben sollte. Auf der OSI Homepage kann einen von Peter Massing und Hajo Funke verfassten Semesterbrief runterladen werden. Der studentische Leser bekommt den leicht aufregenden Eindruck [der wahrscheinlich auch durch die nicht fertiggeschriebene und wartende PK-Arbeit erzeugt wird], etwas verbotenes zu lesen, oder zumindest etwas, das nicht für seine studentische Augen geschrieben wurde. Es wird nämlich von Kolleginnen und Kollegen drin geredet. Zum Beispiel vom Kollegen Risse, dessen Clusterprojekt "aus welchen Gründen auch immer" es nicht geschafft hat. Und von der Kollegin Riedmüller, die mit einem Exzellenz-Cluster zum Thema Diversity Studies in der nächsten Runde antreten wird. Diversity studies? Ja, die Stimmung soll sehr bunt sein, in den Seminaren von der Kollegin Riedmüller.
Leider verschwindet die Aufregung nach und nach. Beziehungsweise sehr schnell. Man ist ja müde, man will ja die PK-Arbeit schreiben, eigentlich. Aber es sind traurige, dramatische Ereignisse in dem Brief. Einer langen Liste von ausscheidenden Mitarbeiterinnen (Kollege UND FREUND Bodo Zeuner, langer herzlicher Absatz, Kollege Neugebauer, kleiner Absatz, Dr. Beate Ihme-Tuchel Imke Scheurich Dr. Johannes Schlootz Sachka Stefanova-Behlert Dr. Cornelia Ulbert Dagmar Vinz Steffen Wagner Stefan Hintermeier) folgt die Nachricht, eine ehemalige OSI Sekretärin sei verstorben.
Offensichtlich wurde Kollegin Bürzel unter den ausscheidenden Mitarbeiterinnen vergessen. Sichere Quellen berichten, dass sie, nachdem sie vom Rücktritt vom Kollegen Lenzen erfuhr, nicht mehr zurück kommen wolle.

2006/10/24

Lenzen reduziert.

OK OK, der Präsident ist nicht abgetreten. Aber osiwelt tritt ab. Grund genug, noch schnell eine kleine Gemeinheit für unseren Dieda loszuwerden...





Und ja, ich benutze den Microsoft Internet Explorer. Kraß faschistisch, wa?

Ein Abgang in Ehren

Wir kündigen es kurz an: nach zwei Jahren wird die Osiwelt Anfang Dezember eingestellt. Bislang haben sich keine jüngeren Semester gefunden, die wir für eine dauerhafte Mitarbeit gewinnen konnten. Wir werden das Blog dann stilllegen und jedwede Datenspuren von uns löschen.
Aber bis Dezember schreiben wir weiter über das, was uns interessiert und euch hoffentlich auch: Zum beispie über die Petition zu Wahlmaschinen. Politikwissenschaftler und angehende solche sollten am Verfahren genug demokratietheoretische Mängel entdecken, um ihre drei Kreuzchen unter die E-Petition zu machen.

2006/10/21

Muttttti! Wir sind im Fernseher!

Geplante Themen des "Bericht aus Berlin" am Sonntag, 22. Oktober 2006, um 18.30 Uhr im Ersten 20.10.2006 - 12:20 Uhr, ARD Das Erste

2. Das Otto-Suhr-Institut in Berlin - wie politisch ist die
einstige 68er-Hochburg heute
Autorin: Kristina Böker

Happy Guck.

Update: Jetzt auch zum Nachgucken.

2006/10/19

Hinterm Horizont gehts weiter (achtung, allgemeinpolitischer Anspruch)

Spare in der Not, dann hasst Du ehemalige Länderfinanzausgleich-Nehmerländer wie Bayern gleich doppelt. Gut, Berlin hat nie etwas gegeben. Ja, die Fusion mit Brandenburg muss kommen. Nein, es gibt verzichtbare öffentliche Einrichtungen.

"Nicht das Ende der Politik, das Schleifen sozialer Standards oder einen wilden Ausverkauf öffentlichen Vermögens", sagt Berlins Linkspartei in Form von Harald Wolf.

Warum eigentlich nicht?

Vorschlag: Wir privatisieren die Kultureinrichtungen ? unter einer Auflage: 3 Prozent aller Tickets müssen für sozial Schwache reserviert und kostenlos sein.

Es gibt im kulturpolitischen Bereich bereits jetzt eine wahnsinnige Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Was wird momentan vom Senat mit großen Summen gefördert? Opern, Theater, Museen.

Das betrifft den Großteil der Endteens und Anfang- bis Mittzwanziger nicht wirklich. Wir gehen relativ selten in Museen, Opernhäuser, Konzertsäle, Theater. Zumindest im Berliner Durchschnitt. Die Kultur, die wir in Anspruch nehmen, wird kaum staatlich gefördert, die bezahlen wir selbst. Ein paar nette Zahlen zum Altersdurchschnitt im Bereich Musik gibts hier, leider auch schon fünf Jahre alt (also einfach weiterrechnen und unten Tokio Hotel anbauen). Wie gesagt, was wir hören finanzieren wir schon fast komplett privat.

Warum wird im Kulturbereich vor allem das gefördert, wo Menschen hingehen, die ein ernsthaftes Einkommen haben? Die für eine Opernkarte im Zweifel auch mehr ausgeben würden ? weil sie nun einmal einfach gerne in die Oper gehen?

Kultur ist schön. Aber die Berliner Kulturpolitik ist in erster Linie Rentnerbefriedigungspolitik. Sparen wir uns das doch einfach.

(Widerspruch willkommen)

2006/10/17

Breaking news: Der Präsident tritt zurück!

Wie aus dem Umfeld des FU-Präsidiums heute zu erfahren war, plant Dieter Lenzen seinen Rücktritt als Universitätspräsident. In einer Presseerklärung, die am Mittwoch erscheinen soll, zieht er eine kritische Bilanz aus dem Scheitern der FU in der ersten Runde des Exzellenzwettbewerbs. Die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Anspruch der FU, zu den besten Universitäten Deutschlands zu gehören, und dem Ergebnis der Kommissionsentscheidung hätte ihn dazu bewogen, persönliche Konsequenzen zu ziehen, so Lenzen.

Unabhängig von jeglichen persönlichen Emotionen muß ich wohl nicht erwähnen, daß dieser Schritt recht überraschend kommt. Noch direkt nach der Entscheidung im Exzellenzverfahren hatte Lenzen die Niederlage rhetorisch verharmlost und in seinen Stellungnahmen ein generelles Wir-Gefühl beschworen, welches ihn selbst einzuschließen schien. So ganz rückt er davon auch jetzt nicht ab: Die Unterstützung innerhalb der Universität selbst sei beeindruckend gewesen, aber "politische Faktoren auf Bundes- und Landesebene" hätten dazu geführt, daß dem Präsidium der FU nicht das angemessene Vertrauen entgegengebracht worden sei. Als politischer Repräsentant der FU wolle er dafür die Verantwortung übernehmen.

Was aus Lenzens Schritt folgt, ist schwer zu sagen. Aus seinen Andeutungen läßt sich entnehmen, daß auch bzw. insbesondere seine Person einer positiven Evaluation im Weg gestanden hat. Jetzt schon frohlockende Exzellenzgegner seien also gewarnt: Lenzens Rücktritt dürfte lediglich die Chancen des neuen Präsidiums verbessern, die FU doch noch unter die deutschen Spitzenuniversitäten zu führen. Nach der derzeitigen Machtkonstellation und Stimmungslage ist kaum zu erwarten, daß es hier nennenswerten Widerstand geben könnte.

Als weitere Frage bleibt natürlich die Nachfolge im Amt des Präsidenten offen. Ich habe mir erlaubt, die Vizepräsidenten der FU nach Ihren diesbezüglichen Karriereplanungen zu befragen. Lediglich aus dem Büro des Ersten VP, Klaus Hempfer, habe ich bisher eine Antwort auf meine mail erhalten: Die Berichte über Lenzens Entscheidung wolle man derzeit nicht kommentieren. Na sowas. Trotzdem darf spekuliert werden: Für VP Väth, den OSI-Mann im Präsidium, ergibt sich womöglich eine unverhoffte Chance. Aber auch andere Funktionäre sowie Neulinge dürften Ambitionen haben. Mein Tipp: Tanja & Thommi rollen das Feld von hinten auf...

Euer bob




Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um gezielte Desinformation. Der Autor und osiwelt distanzieren sich ausdrücklich von allen in diesem Beitrag geäußerten Tatsachenbehauptungen. Damit ist nicht ausgeschlossen, daß eine oder mehrere der hier geäußerten Tatsachenbehauptungen zutreffen. Es ist eben nur... extrem unwahrscheinlich...

2006/10/16

Exzellente Schaumschläger

Heute gab es ein großes Interview mit Dieter Lenzen in der Berliner Zeitung. Rubrik: Feuilleton. Da gehörte es auch hin. Der Onkel erzählte unter anderem von folgenden märchenhaften Zuständen:

Wir werden die Gründe analysieren, den Antrag verbessern - wenn die DFG das gestattet - und ihn dann erneut ins Rennen schicken. Ich bin überzeugt von der Qualität des Clusters und wir werden davon nicht abrücken. Es geht in dem Projekt um die Kunst des Regierens in einer globalisierten Welt. Das ist jetzt schon ein Schwerpunkt unserer Politikwissenschaftler und es vergeht kein Tag, an dem das Auswärtige Amt sich nicht Rat bei ihnen holt.


Wir haben uns überlegt, wie solche Telefonate aussehen könnten.

Variante 1 Frage AA: "Kennt ihr nicht ein paar billige Kopierkräfte für uns? Fragt doch mal in euren Seminaren."


Variante 2 "OSI, Hallo." "Jaaa, Auswärtiges Amt, MinisterialdirektorIn Müller. Ich hätte da mal 'ne Fraaage." "Ja?" "Kennen Sie einen kompetenten Politikwissenschaftler, den Sie mir empfehlen könnten?"


Variante 3 AA: "Wir haben uns auf Euch verlassen! Und was ist los? Nepal hat gar keine russischen Atom-U-Boote gekauft!"

2006/10/14

Der Präsident nimmt Stellung

Gleich zwei Stellungnahmen von Herrn Univ.-Prof. Dr. Dieter Lenzen! Fangen wir mit der Pressemitteilung an. Nachdem ich die gelesen hatte, fühlte ich mich genötigt, Orwells "1984" aus dem Schrank zu holen und einen Methodenvergleich vorzunehmen. Fängt schon mal an mit

"Mit Freude hat das Präsidium der Freien Universität Berlin heute erfahren..." hmmm.

Sodann erklärt Herr Lenzen, daß im Exzellenz-Cluster "Governance in a Globalized World" "eine einzigartige Ansammlung von politischer Beratungskompetenz in der deutschen Hauptstadt für die Politik zur Verfügung steht."

Also gut, "Cluster" heißt glaub ich auf deutsch "Ansammlung", insofern kann man da nix sagen. Aber mal ernsthaft, interessiert sich die Politik in der deutschen Hauptstadt für Kreuztabellen mit Governance-Typologien? Ach so, und: Wenn Cluster Ansammlung bedeutet, was ist denn dann eine "Cluster-Universität"?

Schließlich dankt der Präsident "allen beteiligten Mitgliedern der Freien Universität für ihren weit über das Übliche hinausgehenden Einsatz". Ähm, Dieter, vielleicht solltest Du das nächste Mal etwas vorsichtiger sein, wenn Du über den "üblichen Einsatz" Deiner Untergebenen sprichst?


Aber wir haben ja auch noch einen Brief an jene Untergebenen! Dieser beginnt mit "Es hat nicht ganz gereicht!" Wow. Soll das etwa heißen, da hat was nicht so ganz geklappt?

Aber natürlich hat der Präsident eine gute Ausrede. "Steine auf den verschlungenen Pfaden der Entscheidungsfindung" hätten im Weg gelegen. Ah so, na dann...

Natürlich brauchen wir auch einen guten Abgang. Der klingt so:
"Denen, die jetzt in der erste Entscheidung noch nicht dabei waren, möchte ich sagen: Sie gehören zu den Besten, auch wenn es sich in dem Ergebnis (noch) nicht ausdrückt. Machen Sie weiter!"

Also ich war garantiert nicht dabei. Wie sieht's mit Euch aus?

Euer bob