2006/01/22

Drittmittel-Weltklasse?

"Die Absolventen des John-F.-Kennedy-Instituts können sich ohne weiteres mit Forschern aus Oxford, Paris und Harvard messen. Das Otto-Suhr-Institut zählt zum Weltmeister im Anwerben von Drittmittel. Dass sie diese Fördergelder bekommen, hängt ganz sicher nicht nur mit der Antragswut zusammen, sondern hat auch was mit der wissenschaftlichen Qualität zu tun. Genau diese Fachbereiche haben nun zur Nominierung beigetragen."
schreibt Felix Lee heute in der taz.

Eigentlich würde ich mich über solche Aussagen freuen. Aber: das sind alles Forschungsfördergelder - die kommen nur indirekt der Lehre zugute. Natürlich ist es schön, wenn wir viele tolle Doktorandenstellen etc. haben - aber das hilft nichts, wenn wir nur noch Governanceexperten haben, aber keinen anständigen Innenpolitikprof.!

4 Comments:

At Dienstag, 24 Januar, 2006, Blogger bob said...

Diese Phrase vom "indirekten" Einfluß ist doch schon recht seltsam, oder? Ich meine, mehr Doktoranden -> mehr Seminare. Klingt ziemlich direkt. Klar, diese Doktoranden haben idR nicht viel mehr Ahnung als die Studis. Waren ja selbst grad noch welche. Aber ist das bei den meisten Profs von heute anders? (Ich denke da besonders an...)

Aber wer Innenpolitik will, soll doch zu den Systemprofs gehen. Hesse, Vilmar... Da geht einem doch das Herz über. Oder zu einer der 20 Sozialstaats-Tanten, die es angeblich am Institut geben soll. Immer noch besser als G-g-g-g-overnance.

 
At Mittwoch, 25 Januar, 2006, Blogger roasted frog said...

Stop me if I'm wrong, aber... Doktoranden müssen nicht unbedingt Seminare halten, oder? Eine Professur muss eine gewisse Anzahl an Semesterwochenstunden (für eine alte C4 mal 14 SWS) zu Verfügung stellen, und ob mehr Doktis da arbeiten als rein notwendig oder nicht ändert nicht zwangsläufig viel. So hatte ich das zumindest u.a. aus diesem alten Das Neue OSI Paper von der segbers-sandschneider Truppe verstanden (punkt 5, exemplarische Konsequenzen für Lehrverpflichtungen). Aufklärung wie immer willkommen...

 
At Mittwoch, 25 Januar, 2006, Blogger bob said...

Da hast Du vollkommen Recht. Seminare halten müssen nur Doktoranden auf Planstellen. Drittmittelbeschäftigte dürfen, müssen aber nicht. Das schöne ist nur: Viele der Doktoranden streben nun mal eine akademische Karriere an, und da ist Lehrerfahrung Pflicht. Das kommt vor allem dem Grundstudium zugute, da man ohne Titel kein Hauptstudium unterrichten darf. Dann nur zusammen mit dem Prof. Aber auch das kann vorteilhaft sein, da man zumindest einen Ansprechpartner hat, der sich mit einer Hausarbeit auch mal länger als 10min beschäftigen kann. Der negative Effekt ist allerdings: Der eine oder andere Prof nutzt diese Chance, um sich komplett aus dem Seminar zu verabschieden, streicht aber trotzdem seine Pflichtstunden ein. Tja, alles nicht so einfach...

 
At Mittwoch, 25 Januar, 2006, Blogger Niklas said...

Siehe dazu auch die Diskussion im Blog von "HobbesVsBoyle" zur Frage, was konkret mit den anfallenden 21 Millionen im Falle des Falles passieren sollte (Lenzen will sie für extra teure "Spitzenkräfte" verbraten, ich halt das für Nonsense, HvsB sieht es etwas anders, weil seiner Meinung nach "Spitzenkräfte"durchaus zusätzlich Drittmittel für weitere Stelle ranschaffen könnten und zudem die Lehre bereichern).

 

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