2006/03/15

Sozialwissenschaftliche Schlammschlacht

Es wird mit Schlamm geworfen zwischen Berlin und Bonn. Nein, es geht nicht um den Hauptstadtsitz oder darum, dass die Spree tatsächlich kleiner ist als der Rhein. Sondern um den "Goldhagen der Antisemitismusforschung" Lars Rensmann, der vielen unserer Kommilitonen bekannt sein dürfte. Dessen Dissertation und seine Anschuldigungen gegen diverse andere Mitglieder der Scientific Community. Matthias Lorenz schreibt es deutlich:
Die Vorwürfe Rensmanns lassen sich an dieser Schrift ebenso wenig wie an den anderen Werken von Holz verifizieren, so dass sie in aller Entschiedenheit zurückzuweisen sind. Eine kritische Re-Lektüre der Rensmann-Dissertation indes scheint angesichts der hier nur angerissenen Verwerfungen dringend geboten.


Der von Rensmann kritiserte Klaus Holz hat indessen genau das getan - mit vernichtender Kritik, die aber fundiert scheint.
Wären Rensmanns Urteile über meine Habilitationsschrift begründet, müsste man mir meine Habilitation wegen nachgewiesener Unfähigkeit entziehen. Wäre der Vorwurf an mich begründet, antisemitische Texte zu publizieren, wäre ich als Antisemitismusforscher völlig delegitimiert. Ob Rensmanns Versuch, mich wissenschaftlich und politisch zu desavouieren, eher wissenschaftlich oder politisch motiviert ist, spielt keine Rolle. Seine Schrift wurde als Dissertation und nicht als politisches Pamphlet veröffentlicht. Als solche verstößt sie gegen elementare Regeln wissenschaftlicher und kollegial-konkurrierender Praxis.


Doch zumindest Lorenz Kritik scheint an Rensmann abzuperlen. Seine auf Krawall gebürstete Dissertation scheint sich nun immer mehr zum Eigentor zu entwickeln - vom populistischen Enfant Terrible zum diskreditierten Nachwuchswissenschaftler ist es oft nur ein kleiner Schritt. (Danke für den Hinweis an Ludwig Watzal)

2006/03/13

Mein Prof, Dein Prof

Evaluation ist etwas feines. Das wissen auch manche Dozenten - andere schätzen es gar nicht, wenn Studenten auch zu subtilen Formen der Rache greifen können.
Doch eigentlich sind die Ergebnisse feine Leitfäden im Wirrwarr der Vorlesungsverzeichnisse, und daher empfehlen wir guten Gewissens meinprof.de: je mehr mitmachen, um so aussagekräftiger dürfte das Bild werden. Und den einen oder anderen Dozenten auch zum Nachdenken anregen.