2006/05/28

Soso.. Wie war das mit dem Dualismus?

Von 2007 an wird es an der Freien Universität nur noch europaweit gültige Bachelor- und Masterprogramme geben. Drei Jahre vor dem Stichtag. Die Kritiker sind verstummt. Oder sie haben aufgegeben. Der Berliner gefällt sich in der Rolle des Musterschülers: »Wir sind da. Erschöpft, aber zufrieden«, sagt Lenzen vieldeutig.
(aus: Auf der Überholspur. Der Widerstand gegen den Bachelor schwindet; Jan-Martin Wiarda in der ZEIT 22/06)

2006/05/25

Job gesucht?

Ab 1. November gibts was hübsches neues: "Regierungsreferent" nennt sich das, was die Senatsverwaltung sich ausgedacht hat. Klingt gut, ist irgendwann dann vielleicht eine Verbeamtung und auch ansonsten sicher nicht uninteressant. Politologen dürfen/sollen sich bewerben, betriebswirtschaftliche Kenntnisse dennoch erwünscht. Interesse? Hier lang.

2006/05/20

Return of the Cafeteria

Nun ist sie also wieder geöffnet, die Cafeteria im dritten Stock. Die alten Betreiber sind raus, betreiben aber noch "Mensa 3", sprich: die Pommesbude.

Oben eingezogen ist das Studentenwerk. Das hat einen Vorteil: man kann dort jetzt auch mit der Mensakarte zahlen. Ansonsten hat es vor allem Nachteile: der Fraß ist widerlich (sorry, liebes Berliner Studentenwerk, aber es gibt genug Unis in Deutschland, an denen es essbares gibt), teuer - teurer als in der Juristenmensa, obwohl genau das gleiche an Mampf und die Cafeteria hat nur kurz am Tag auf. 15:30 ist dort Schluss. Ansonsten hat sich nicht viel geändert, das Interieur blieb weitestgehend identisch und die Zahl der Steckdosen ist immer noch zu gering.

Um es mit Uwe-Karsten Heye zu sagen: No-Go-Area.

2006/05/15

Ganz, ganz funky

Fichtenberg weiß vom bevorstehenden Einsatz von RFID-Technologie an der Freien Universität zu berichten. Diese Funkchips (auch als Schnüffelchips) ermöglichen umfangreiche Datenprofile und kosten bei der Umrüstung ein Schweinegeld, was das bisschen Komfort locker aufwiegen dürfte... Wir gucken da sicher weiter hin.

2006/05/11

Stenonews vom 11.5.2006

In Steno-Style:

1. Wiedereröffnung Cafeteria, mit neuem Betreiber: kommt voran; Testbericht folgt
2. Nummernautomat fürs Prüfungsbüro im dritten Stock: Noch nicht als Berufsvorbereitungsseminar anerkannt
3. Sonst auch alles wie immer - nicht mal schlimmer
4. Sprecht frühzeitig mit euren Dozenten, falls euer Lehr- mit dem WM-Spielplan kollidiert. Anwesenheitslisten können bei wichtigen Anlässen (Karten für ein Spiel) sicherlich auch mal ausfallen.
5. Mal eine sinnvolle E-Petition bei bundestag.de

2006/05/05

Bibliotheksumzug

Im OSI ist es schon seit einiger Zeit zu beobachten: Unsere Bibliotheken spielen Reise nach Jerusalem. Die Soziologie zieht ins OEI, die Zeitschriften finden sich bald neben der OSI-Bib und die Mikrofilme werden nach Lankwitz verbannt. Der Alphabetische Katalog steigt ab ins Souterrain (war da jemand schon mal?) und der Systematische Katalog wird aufgelöst.

So weit die hier in schönem Design nachlesbare Empirie. Aber wie lassen sich diese gravierenden Veränderungen erklären? Es drängen sich verschiedene Ansätze auf:

1) Steuerungstheorie
Der Fachbereich ist auf der Basis umfangreicher Meinungsforschung zu der Erkenntnis gelangt, daß die alten Örtlichkeiten der Soziologie/Zeitschriften-Bibliothek intensive studentische Forschung strukturell behindern. Wer kennt ihn nicht, den Ersti, der mit folgender Frage an einen herantritt: "Wo sind eigentlich die Zeitschriften, im OSI oder in dem häßlichen Plattenbau nebenan?" Die Antwort muß dann lauten: "Irgendwo dazwischen." Genauso gut könnte man jemanden ins 7 1/2. Stockwerk schicken.
Klar ersichtlich schafft diese Situation einen negativen Anreiz zur Verwendung aktueller Zeitschriftenliteratur. In Zeiten genereller Exzellenz hat der Staat hier Handlungsbedarf erkannt und versucht, die Transaktionskosten der Bürger durch systematische Raumplanung zu senken.

2) Internationale Politische Ökonomie
Im Zuge der Globalisierung geraten auch Bibliotheken unter zunehmenden Wettbewerbsdruck. Immer mehr Billiganbieter drängen auf den Markt, der Bibliotheksmarkt entgrenzt sich fortlaufend und die digitale Konkurrenz schreitet voran. Traditionelle Anbieter stehen diesen Entwicklungen relativ hilflos gegenüber: Da sie ein öffentliches Gut bereitstellen, dessen Finanzierung durch marktunempfindliche Verwaltungsmechanismen gesteuert wird, verbleibt für den Preiskampf nur die Ausgabenseite.
Eine Möglichkeit besteht hier in der radikalen Reduktion der zeitlichen Verfügbarkeit des Gutes. Darüber hinaus gerät die räumliche Angebotsstruktur in den Blick: Produktionsstätten werden ins osteuropäische Ausland verlagert, und man strebt Skaleneffekte durch Konzentrationsprozesse an.

3) Policy-Analyse
Seit kürzerer Zeit beherbergt das OSI ein neues, ressourcenintensives Projekt. Weil dieses Projekt ganz doll exzellent ist, wurden dafür auch ganz doll viele Leute eingestellt.
(ups, falscher link. kann ja mal passieren... also nochmal.)
Durch diese völlig unvorhersehbare Einstellungswelle entstand ein misfit zwischen benötigten und vorhandenen Raumkapazitäten. Aus funktionalistischer Sicht könnte man argumentieren, daß dieser misfit zur Angleichung der vorhandenen an die benötigten Kapazitäten geführt hat. Wie wir aber wissen, reicht dieser einfache Tatbestand nicht zur Erklärung komplexer Veränderungen aus. Vielmehr dürfte er durch Verhandlungssysteme vermittelt worden sein. Die Ergebnisse solcher Prozesse hängen entscheidend von Ressourcen wie der Finanzkraft der Akteure sowie der Besetzung von Entscheidungspositionen ab.



Leider konnten hier aus Zeitgründen nicht alle relevanten Ansätze aufgeführt werden, die zur Erklärung des Bibliotheksumzuges beitragen könnten. Vor allem wäre ich daher für weitere Beiträge aus den Bereichen Kritische Theorie, Gender Studies, Vergangenheitsbewältigung und Neo-Postdistanziationalismus dankbar. Ich beabsichtige, die Beiträge bis Ende des Jahres in einem Sammelband zu veröffentlichen. InteressentInnen können sich über die Kommentarfunktion melden.

"Keke" wagt einen neuen Anlauf!

Wie wir berichtet haben, mußte der mit Spannung erwartete Vortrag des mazedonischen Ökonomen Ljubomir Kekenovski im letzten Jahr leider entfallen. Aber nun gibt es Grund zur Freude: "Keke", wie ihn seine Freunde nennen, möchte es noch einmal versuchen. Der bekannte Wissenschaftler und Politiker spricht am Montag, den 8. Mai, um 16 Uhr zum Thema "Macedonia and Western Balkans toward the EU - Make a Difference!"

Was dieser Titel bedeutet, ob da ein Artikel fehlt, und vieles mehr wird man ihn in der Ihne 22 UG1 fragen können. Womöglich wird da noch ein repräsentativerer Raum gefunden?


Nachtrag 15:10
osiwelt hat wohl einen recht hohen Verbreitungsgrad. Keke spricht nun in Raum 202, Ihne 21.

2006/05/04

Studenten von heute

Eine wahre Geschichte aus einem Proseminar: der Basistext für die Sitzung wurde eingescannt als PDF herumgemailt. "Am Bildschirm war das nicht lesbar" meinten daraufhin von den 50 Studierenden ca. 10. Nur einer, der war gemein: "Ausgedruckt gar kein Problem." So ein Spielverderber. Und, wer druckt heute denn überhaupt noch aus?

2006/05/03

Einmal Betriebsausflug nach London

Dort gibt es einen Workshop zum Umgang mit Plagiaten, der ein bisschen mehr bieten dürfte, als nur die hilflosen Schulterzuckungen deutscher "Plagiatsexpertinnen"... Aber daher wohl auch den technischen Horizont mancher Lehrkräfte übersteigen dürfte.

Ein Gedicht über die Laptopdichte

Liebe Mitstudierende,

zum Tag des mobilen Dichtens auch eines hier auf der Osiwelt:

Es ist noch gar nicht lange her,
vielleicht so fünf Semester,
da war, so man dieses trug,
ein Seminarverpester

Studenten wie Dozenten,
sie fragten häufig baff
was so ein Laptop denn hier tut,
denn Laptops sind Elitestuff

Man muss nicht mal IB studieren
um nicht mehr aufzufallen
der Laptop ist nun Standardzeug
nicht zu jedes Gefallen.

Dozenten schätzen offenbar bis heute nicht so sehr
das "Schaut der Prof nun gerad nich hin"-Computer laissez faire
So wird in Friedensforschung ganz unverhofft gelacht
weil was vorne gepredigt wird in Quake und Co gemacht

Die Lehrenden, sie habens schwer, denn kommen sie doch kaum
nicht nur gegen Ermüdung an - auch Nebenjobs im Raum
Portabel geht die Welt zu Grunde, stöhnte ein Professor,
er hatte Recht, doch wars zu spät - das Osi war nie besser.