2006/11/30

Tolle Leere

Studiengebühren schrecken ab. Es studieren weniger Menschen als vorher. "Psychologischer Effekt" nennt es Andreas Pinkepankwart aus NRW/FDP.

Sach mal, noch alles klar bei dir? Ich schenk dir paar Argumentationspunkte:

1. Nicht zahlen können ist kein psychologischer Effekt.
2. Kein Arsch will sich über beide Ohren verschulden, nur weil Du deine Kasse sanieren willst.
3. Die gebotene Qualität ist für den Preis indiskutabel (ich sag mal: "Einklagbare Leistungen")
4. Es gibt keine sauberen Finanzierungsmodelle, anders als versprochen
5. Zöllner, komm Du mal nach den Ergebnissen hier mit dem Mist an.
6. Kann es ein größeres sozial-selektives Kriterium als die Geldbörse geben?

2006/11/23

Lasst andere sprechen

Ein lesenswertes Plädoyer gegen universitäre Wortgeröllproduktion jenseits aller Schrottgrenzen:
Die Belegkultur der Wissenschaft, deren langsames Dahinsiechen wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, ist zur Simulation von Wissenschaftlichkeit verkommen. Wir sollten daher dringend über Alternativen zur klassischen akademischen Abschlussarbeit nachdenken.

100 Seiten mit 200 Fußnoten = Diplom- oder Magisterarbeit, 200 Seiten mit 400 Fußnoten = Doktorarbeit, 400 Seiten mit 800 Fußnoten = Habilitationsschrift: Irgendwie scheint das nicht mehr recht zu funktionieren. Die Zahl der Autoren übersteigt die der Leser bei weitem, manche Arbeiten haben wohl keinen einzigen Leser (man darf sich nicht dem naiven Glauben hingeben, Copy/Paste-Autoren würden ihre Arbeit selbst noch einmal lesen wollen!).

Eine Lösung wäre: Schreiben wird doch bitte viel weniger Seiten, und formulieren wir dafür jeden Satz selbst (außer, der Gedanke aus der Literatur ist so dramatisch wichtig, dass er zitiert werden muss)!


Weber, Stefan: Textueller Missbrauch, in: Telepolis v. 23.11.2006. Online unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24006/1.html

2006/11/22

Versunkene VV und Protestbörse

Letzte Woche fand die erste Vollversammlung des Wintersemesters statt. Ich frage mich, warum sie nur ein Tag vorher angekündigt wurde (und nicht mal auf der Asta Webseite), sie in einem kleinen Raum stattfand, und wie sie lief. Ich gestehe es, ich bin nicht hingegangen. Ich schäme mich.
Außerdem, und weil ich meiner Natur nach ein fragendes Wesen bin, frage ich mich, wie das Tabu bzw. die ungesprochene Regel, die im OSI-Protest Verteiler m.E. bis vor kurzem respektiert wurde, den Verteiler nicht als Wohnungsbörse zu mißbrauchen, gebrochen wurde. Dies stellt ein Zerfall der gemeinschaftlichen Ordnung dar, dass womöglich darauf zurückzuführen ist, dass Politikwissenschaftlerinnen gerne Prinzipien gegen Obdach tauschen. Wer darüber eine Diplomarbeit schreiben möchte, sollte ein ausgefeiltes Konzept bis zum 1.12 einreichen, bitte ohne klare und ausarbeitbare Fragestellung und mit viel Compliance Theorie, egal ob's passt.

2006/11/21

Grott(ian)enschlecht: Ein Käfig voller Narr(en)

Bachelor macht dumm. Macht Bachelor dumm? Ist Bachelor dumm? Dumm dumm dumm.

Ein Dum-Dum-Geschoss feuerten Wolf-Dieter Narr und Peter Grottian kürzlich in der taz ab. Die Kollegen an der FU und das Präsidium zeigten sich "Not amused" und werfen den beiden 68er-Altlastenlinken vor, sie durch einen Missbrauch Hannah "die Heilige" Arendtscher Terminologie in die Nähe eines Bush Hitler Willige Vollstrecker-Vergleichs gerückt zu haben.

Jahahaha. Natürlich haben Sie Recht, liebe Professorinnen und Professoren des neuen OSI: Wer einen Nazivergleich tätigt, hat verloren. Und die Diskussion ist automatisch beendet.

Aber ganz ehrlich: Lieber Klaus Segbers, Du Erfüllungsgehilfe der drittmittelfinanzierten Frauenförderung in den Golfanrainerstaaten, lieber Thomas Risse-Kappen, Du Harvardeur der Exzellenzgegendiewandfahrinitiative, liebe Tanja Anita Börzel, lieber Eberhard "ich reformiere und verpiss mich dann zur DGAP - außerdem interesssiert mich Lehre eh nicht, aber Bachelor find ich toll"-Sandschneider... Dürfen wir Euch mal ganz praktisch fragen: Hättet Ihr, wenn Ihr die Wahl gehabt hättet, lieber Bachelor oder Diplom studiert? Hand aufs Herz. Und Begründung dazu bitte. Danke.

2006/11/16

StudiVZ

Der Gründer von StudiVZ ist hochnotpeinlich, die Firma steht angeblich vor dem Verkauf und was dann mit den Daten passiert, das weiß auch niemand.

Dauernd aktualisierte Blogberichterstattung zum Thema gibts bei der Blogsuchmaschine Technorati.

10 Doktorandenstellen

Ganz exzellent: Wer mit dem Studium jetzt fertig ist, kann sich auf eine von 10 Doktorandenstellen an der JFK-angegliederten Graduate School bewerben. Bedingung: Nordamerikabezug. Und natürlich ganz viel Exzellenz.

2006/11/03

Spaghetti al Agnolio

Dies ist ein Fremdbeitrag, der uns per E-Mail erreichte. Sozusagen User Generated Content. Die Überschrift ist von uns und dieser Vorspann auch. Sonst aber nichts. Auch nicht die Kleinschreibung.


sehr viele aus der grausam anpasserischen und auch ziemlich schmal gebildeten gegenwärtigen osi-studentengeneration fragt sich nicht einmal mehr, wer den dieser agnoli war, an den zu erinnern auf der fassade der ihne21 rührenderweise (noch) geduldet wird. und was zum geier meint 'kritik der politik'? kritik? ist keine
prozessoptimierung! subversion ist kein schimpfwort. es gibt einen unterschied zwischen zweifeln und verzweifeln. automatenhafte wissenskonsumenten lernen nicht, selbst zu denken.

ich bin traurig. ich habe das gefühl, man kann dabei zuschauen, wie
universal wichtiges wissen nach kurzer zeit schon einfach vergessen,
getilgt wird.

hier agnoli schnellkonsumgerecht aufbereitet, schön vorgelesen (mp3) von
freundlichen menschen aus wien - "magazin für alpenbegradigung":

contextxxi.at/context/content/view/260/55/

"Im Wintersemester 1989/90 hielt Johannes Agnoli seine Abschiedsvorlesung
an der FU-Berlin. Beginnend mit dem Alten Griechenland und dem
Spartakusaufstand über die Bauerkriege, die Renaissance und die Aufklärung
hinweg, über Wilhelm Weitling, Karl Marx und Michael Bakunin bis in die
Gegenwart hinein zeigt Angoli was es heißt, den Antagonismus gegen
Herrschaft und Ausbeutung zu praktizieren und ihn zugleich zu denken."

2006/11/01

Der Nächste!

Ihr werdet Euch gewundert haben: wir haben noch nichts dazu geschrieben. Zu dieser praktischen Vorrichtung im dritten Stock. An zwei Stellen (Aufzug und Treppenhaus) können nun Nümmerchen für das Prüfungsbüro gezogen werden. Manchmal läuft der Zähler dann vorwärts, manchmal rückwärts. Manchmal auch gar nicht. Aber meistens klappts inzwischen.

Wir könnten jetzt viele schlechte Witze machen: "Berufsfeldschein", "Arbeitsamt" oder was auch immer. Oder wir können einfach sagen: wir verstehen nicht wozu, teuer dürfte die Installation ja auch gewesen sein. Der Nutzwert ist gering. Endlich mal wieder Geld für etwas ausgegeben. Hurra.